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15.03.2026
Barrierefreiheit im Web: Was Unternehmen jetzt beachten müssen
Barrierefreie Website verpflichtend seit dem 29. Juni 2025
Für wen gilt die Pflicht zur barrierefreien Website?

Ab dem 29. Juni 2025 traten in Deutschland neue Anforderungen an die digitale Barrierefreiheit von Websites und Online-Diensten in Kraft. Grundlage dafür ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das auf einer EU-Richtlinie basiert.

 

Betroffen sind insbesondere Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten, mehr als 2 Millionen Euro Jahresumsatz, die digitale Produkte oder digitale Dienstleistungen anbieten. Für diese Unternehmen ist es verpflichtend, ihre Online-Angebote so zu gestalten, dass sie barrierefrei zugänglich sind.

 

Unabhängig davon gelten bereits seit längerem strengere Regeln für öffentliche Stellen, Behörden und andere staatliche Einrichtungen, die ihre digitalen Angebote ebenfalls barrierefrei bereitstellen müssen.

 

Ziel dieser Regelungen ist es, dass möglichst alle Menschen digitale Angebote nutzen können – auch Personen mit Sehbehinderungen, motorischen Einschränkungen oder anderen Barrieren.

 

Auch für Unternehmen, die nicht direkt von der gesetzlichen Verpflichtung betroffen sind, kann eine barrierefreie Website sinnvoll sein. Sie verbessert die Benutzerfreundlichkeit, Reichweite und Suchmaschinenoptimierung (SEO) und sorgt für eine langfristig bessere Zugänglichkeit digitaler Inhalte.

Warum Barrierefreiheit für Websites sinnvoll ist
Eine barrierefreie Website bringt mehrere Vorteile mit sich:

Mehr Menschen erreichen

Viele Menschen sind auf barrierearme Inhalte angewiesen – beispielsweise bei eingeschränktem Sehvermögen, motorischen Einschränkungen oder altersbedingten Veränderungen. Mit einer barrierefreien Website ermöglichen Sie es diesen Menschen Ihre Website zu erleben.

 

Bessere Benutzerfreundlichkeit

Klare Strukturen, verständliche Navigation und gut lesbare Inhalte helfen allen Besuchern der Website.

 

Vorteile für Suchmaschinen (SEO)

Suchmaschinen bevorzugen strukturierte Inhalte, klare Überschriften, alternative Bildbeschreibungen und sauberen Code – genau das gehört auch zur Barrierefreiheit.

 

Zukunftssicherheit

Wer seine Website frühzeitig barrierearm gestaltet, ist auf mögliche gesetzliche Anforderungen besser vorbereitet.

Wichtige Kriterien für eine barrierefreie Website
Barrierefreiheit im Web basiert auf internationalen Richtlinien, den sogenannten WCAG-Standards (Web Content Accessibility Guidelines). Dabei geht es vor allem um vier Grundprinzipien: Inhalte müssen wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und alternativ zugänglich sein. Im Alltag bedeutet das unter anderem folgende Punkte:


1. Gute Lesbarkeit und ausreichende Kontraste

 

Texte sollten gut lesbar sein. Dazu gehören:

 
  • ausreichend große Schrift
  • klare Schriftarten
  • deutliche Farbkontraste zwischen Text und Hintergrund

Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen profitieren ganz besonders davon.

 

2. Strukturierte Inhalte

 

Eine klare Struktur hilft sowohl Nutzern als auch Suchmaschinen. Dazu gehören:

 
  • logisch aufgebaute Überschriften
  • kurze Absätze
  • verständliche Navigation
  • klare Seitenstruktur
 

3. Bedienbarkeit mit der Tastatur

 

Nicht alle Nutzer verwenden eine Maus oder nutzen sogenannte Braille Tastaturen (Tastaturen für Sehbehinderte). Eine barrierefreie Website sollte deshalb vollständig mit der Tastatur bedienbar sein. Zum Beispiel:

 
  • Navigation per Tab-Taste
  • sichtbare Fokusmarkierungen
  • klar erreichbare Buttons
 

4. Alternative Texte für Bilder

 

Bilder sollten alternative Beschreibungen (Alt-Texte) enthalten. Diese werden von Screenreadern vorgelesen und helfen Menschen mit Sehbehinderungen, den Inhalt zu verstehen.

 

5. Verständliche Sprache

 

Barrierefreiheit bedeutet auch, Inhalte verständlich zu formulieren. Dazu gehören:

 
  • einfache Satzstrukturen
  • klare Begriffe
  • keine unnötig komplizierten Fachausdrücke
 

6. Responsive und flexible Darstellung

 

Eine barrierefreie Website funktioniert auf verschiedenen Geräten und Bildschirmgrößen. Das bedeutet:

 
  • optimierte Darstellung auf Smartphone, Tablet und Desktop
  • flexible Layouts
  • gute Bedienbarkeit auch bei Zoom oder vergrößerter Schrift
Barrierefreiheit verbessert die gesamte Website
Barrierefreiheit ist kein einzelnes Feature, sondern ein Qualitätsmerkmal moderner Websites. Viele Maßnahmen, die der Barrierefreiheit dienen, verbessern gleichzeitig:

  • Benutzerfreundlichkeit
  • Suchmaschinenoptimierung
  • Ladezeiten
  • Struktur und Übersichtlichkeit
Eine barrierearme Website hilft daher nicht nur Menschen mit Einschränkungen – sondern allen Besuchern.
Fazit
Digitale Barrierefreiheit wird in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Unternehmen, Organisationen und Dienstleister profitieren davon, ihre Website frühzeitig zugänglich und benutzerfreundlich zu gestalten.

Neben möglichen gesetzlichen Anforderungen sorgt eine barrierefreie Website vor allem für eine bessere Nutzererfahrung, mehr Reichweite und eine langfristig stabile Online-Präsenz.

(Hinweis: Die Informationen dienen der allgemeinen Orientierung und stellen keine rechtliche Beratung dar. Ich übernehme keine Gewähr für Vollständigkeit oder rechtliche Verbindlichkeit. Da sich gesetzliche Vorgaben ändern können, sollten Unternehmen aktuelle Informationen bei offiziellen Stellen oder juristischen Fachberatern einholen.)